Tagungsrückblick - Symposium 2023
Symposium 2023
Tribologie in Industrie und Forschung –
Nachhaltige Produktion mit Fokus auf aktuelle und zukünftige Herausforderungen
23. November 2023
voestalpine Stahl GmbH
4020 Linz, Österreich
Plenum
Transformation in der Stahlindustrie
Joachim Lehner
voestalpine Stahl GmbH
Tribologische Herausforderungen und Lösungsansätze entlang der Prozesskette
Tribologie spielt in der Halbzeugherstellung und dessen Weiterverarbeitung eine essenzielle Rolle. Entsprechendes Verständnis vorausgesetzt, können damit Prozesse besser modelliert, stabilisiert und optimiert werden. Der vorliegende Beitrag zeigt, in welchen Bereichen der Produktherstellung Tribologie eine Rolle spielt und welche offenen Fragestellungen bei Einsatzmaterial und Verarbeitung noch zu klären sind.
Werner Fragner
AMAG Austria Metall AG
Emission reduction potentials in the metals processing industry
In der metallverabeitenden Industrie – wie Kaltwalzen, Verzinken und Wärmebehandeln – sind die entsprechenden Prozessemissionen verglichen mit den Upstreamprozessen der Primär- und Sekundärmetallurgie geringer, aber nicht zu vernachlässigen. Ein verantwortungsvoller Umgang mit CO2-Emissionen von Prozessen und die Ausschöpfung von verfügbaren Technologien zur Reduktion dieser haben angesichts der Rahmenbedingungen der weltweiten Klimaziele und des European Green Deals höchste Priorität. Die Erreichung der Klimaziele in der stahlverarbeitenden Industrie erfordert einen Stufenplan zur Subsituierung und letztendlich gänzlichen Vermeidung von fossilen Energieträgern. Die Potentiale zur Reduktion der direkten, standortbezogenen Emissionen (Scope 1) und der indirekten Emissionen (Scope 2) werden im Rahmen dieses Vortrags aufgezeigt. ANDRITZ bietet seinen Kunden in der metallverarbeitenden Industrie smarte Lösungen, um Prozessemissionen zu reduzieren und somit eine nachhaltige Produktion zu gewährleisten.
Oliver Jantschner
Andritz Metals, Andritz AG
Wasserstoff
Wasserstoff-Testzelle für tribologische Untersuchungen
Der Vortrag gibt einen kurzen Überblick über die Prüfmöglichkeiten der BAM im Bereich Wasserstofftechnologien. Es wird auf die Herausforderungen hinsichtlich Wasserstofftechnologien und Tests mit Wasserstoff bei hohen Drücken und Flüssigwasserstoff eingegangen. Anhand eines Beispiels werden Ergebnisse tribologischer Untersuchungen gezeigt.
Dirk Spaltmann
BAM – Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung
Charakterisierung von Hochleistungspolymeren für trocken laufende Hochdruckkolbenkompressoren
Die Wasserstofftechnologie erfordert die Entwicklung trockenlaufender Hochdruck-Kolbenkompressoren. Während ölgeschmierte Hochdruck-Kolbenkompressoren größer als 500 bar Stand der Technik sind, stellen ungeschmierte tribologische Systeme basierend auf Polymeren eine große Herausforderung hinsichtlich Reibung und Verschleiß dar. Die Studie vergleicht Hochleistungspolymerverbundwerkstoffe auf PI- und PPS-Basis für Kolben- und Packungsringlösungen und bewertet das mechanische und tribologische Verhalten unter realen Bedingungen.
Michael Schöbel
Leobersdorfer Maschinenfabrik GmbH
Stefan Krenn
AC2T research GmbH
Schmierstoffe & Kraftstoffe
Nachhaltigkeitsbetrachtung von Schmierstoffen in der stahlerzeugenden Schwerindustrie
Die Nachhaltigkeit von Schmierstoffen wird für die Produktionsbetriebe zunehmend ein wichtiges Thema. Mineralische oder synthetische Schmierstoffe werden zur Werterhaltung in der stahlerzeugenden Industrie im großen Stil eingesetzt. Aufgrund des Pariser Klima-Übereinkommens den Temperaturanstieg auf 1,5°C zu begrenzen, müssen hier die Erdöl-verarbeitenden Firmen, aber besonders die Schmierstoffproduzenten in die Verpflichtung genommen werden. Im Vortrag soll aufgezeigt werden, welche Hebel es in der stahlerzeugenden Industrie gibt und welche Einflüsse diese haben, um eine Reduzierung des Carbon Footprints (CF) bei den Schmierstoffen erreichen zu können.
Karl Adam
voestalpine Stahl GmbH
e-Fuels als Schrittmacher zu den Klimazielen
eFuels, selbst ein Bündelbegriff, treiben Schlüsseltechnologien an. eFuels brauchen den Sektor Kraftfahrzeuge für das Hochskalieren, können aber vielseitg eingesetzt werden, u.a. in Schiffen und Flugzeugen. Sie haben das Potenzial, globalen Klimaschutz in Gang zu setzen. Was leider bremst sind regulatorischer Ballast, falsche Prioritäten und handwerkliche Fehler.
Stephan Schwarzer
eFuel Alliance Österreich
Tribologische Bewertung von synthetischen Kraftstoffen
Synthetische Kraftstoffe leisten einen wichtigen Beitrag zur Dekarbonisierung des Mobilitätssektors. Um den Effekt auf das gesamte tribologische System im Motor bewerten zu können, wurde ein Methodenset entwickelt. Das erarbeitete Wissen über den Einfluss des Kraftstoffeinsatzes auf Komponenten und Motoröl bzgl. Reibung und Verschleiß sowie die Lebensdauer des Systems bilden die Grundlage für die effiziente Weiterentwicklung und Optimierung.
Johannes Gell
AVL List GmbH
Marcella Frauscher
AC2T research GmbH
Erstellung eines Lebensdauermodells für die Oxidationsstabilität von Schmierfetten
Thermische und oxidative Beanspruchung sind wesentliche Einflussparameter, die die Lebensdauer von Schmierstoffen beeinflussen. 4 Schmierfette mit unterschiedlicher Zusammensetzung wurden mittels eines modifizierten Microcoking Tests gealtert. Aus den Fettanalysedaten wurde ein Oxidationsmodell entwickelt, mit dem das Ranking nach der Oxidationsstabilität über einen weiten Temperaturbereich möglich wurde.
Christoph Schneidhofer
AC2T research GmbH
Nachhaltige biobasierte Verdickersysteme für Schmierfette in Wälzlageranwendungen
Der Vortrag berichtet über die Herausforderungen beim Einsatz nachhaltiger polymerer Verdickersysteme auf Basis nachwachsender Rohstoffe für Schmierfette in Wälzlager, die einer Hochtemperatur-, Hochleistungs- und Lebensdaueranwendung unterliegen. Speziell wurden hierbei Polyurea, Polyamide und Polyester als geeignete Verdickersysteme betrachtet und die resultierenden Fette rheologisch, tribologisch, strukturell und thermisch untersucht.
Max Jopen
Carl Bechem GmbH
Advanced TriboRheometry – From Greases for Electrical Vehicles to BioTribological Interfaces
Mit Hilfe eines speziellen Versuchsaufbaus für Kugellager wurde der Einfluss eines leitfähigen und eines nicht leitfähigen Fettes auf Drehmoment und Impedanz mit einem MCR-Rheometer über einen weiten Drehzahlbereich untersucht. Die so gewonnenen Daten erlauben eine erweiterte Interpretation der erhaltenen Drehzahl-Drehmoment-Kurven. Im zweiten Teil des Vortrags zur Triborheometrie werden Anwendungen in biotribologischen Systemen gezeigt, wie z.B. die Reibung zwischen künstlicher Haut und unterschiedlichen Fasern und wie die gemessene Reibung mit der menschlichen Wahrnehmung korreliert werden kann.
Paul Staudinger
Anton Paar GmbH
Kartik Pondicherry
Anton Paar GmbH
Werkstoffe & Komponenten
Tribologische Untersuchungen des Hochdruckschleifens von Stahlgussbrammen
Mit Hilfe des Hochdruckschleifverfahrens können Oberflächenfehler an Stahlgussbrammen entfernt werden. Jedoch wurde dieses Verfahren nicht in der gleichen Weise durch grundlegende Forschung aufgearbeitet, wie dies bei ähnlichen Anwendungen in der teilefertigenden Industrie der Fall ist. Der Bearbeitungsprozess kann als tribologisches Wirksystems beschrieben werden. Das auftretende thermisch-mechanische Belastungskollektiv, und die damit verbundene Änderungen, führen zu Auswirkungen in Bezug auf die Gefügeausbildung, den Kristallgitteraufbau, und zu Anlasszonen in den oberflächennahen Randschichten.
Franz Kroiss
voestalpine Stahl GmbH
Evaluierung der Gleitlagerperformance in nachhaltigen Motorenanwendungen
In diesem Vortrag werden die neuesten Entwicklungen im Bereich der Gleitlagerperformance unter der Verwendung nachhaltiger Kraftstoffe in Verbrennungsmotoren vorgestellt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Entwicklung von Prüfmethoden zur Analyse der tribologischen Eigenschaften sowie der Materialkompatibilität in Motorensystemen. Ziel ist es, die Effizienz und Langlebigkeit von Gleitlagern zu optimieren.
Sebastian Kirchhamer
Miba Gleitlager Austria GmbH
Weiße und braune Ätzschichten in Roll- und Gleitkontakten
Um die Entstehung von weißen und braunen Ätzschichten in Rad-Schiene- und Lagerkontakten sowie deren Auswirkung auf die Rollkontaktermüdung zu verstehen, wird ein systematischer Ansatz präsentiert. Mit der Kombination eines 2-Scheiben-Tribometers und eines Dioden-Lasers werden mechanische und thermische Belastungen nachgestellt und somit definierte, reproduzierbare und realitätsnahe Proben gefertigt. Dieser Ansatz ermöglicht eine systematische Untersuchung von Verschleiß und Ermüdung und wird anhand von exemplarischen Ergebnissen dargestellt.
Matthias Freisinger
AC2T research GmbH
