Symposium 2026

Tribologie in Industrie und Forschung

50 Jahre Österreichische Tribologische Gesellschaft

17.-19. November 2026

Motivation und Themenschwerpunkte

Die Österreichische Tribologische Gesellschaft feiert 2026 ihr 50-jähriges Bestehen – ein idealer Anlass, nicht nur zurückzublicken, sondern auch den Blick in die Zukunft der Tribologie zu richten.
 
Als Teil Europas stehen wir vor großen Herausforderungen, die gemeinsames Handeln erfordern. Das globale „Geschiebe“, begrenzte Ressourcen und die Energiewende zwingen uns, Alternativen zu bewährten Lösungen zu finden. Viele für die Tribologie zentrale chemischen Elemente – darunter Aluminium, Bor, Fluor, Kobalt, Kupfer, Lithium, Nickel und Phosphor – werden von der EU mittlerweile als kritische und/oder strategische Rohstoffe eingestuft.
 
Und machen Europa zur Impulsgeberin nachhaltiger Lösungen: Im Fokus stehen verstärkt kohlenstoff-basierte Werkstoffe, wie Graphen und MXene als 2D-Werkstoffe. Wasserstoff und Ammoniak als kohlenstofffreie Energieträger erfordern neue Designansätze von Werkstoffen, Schmierstoffen und Aggregaten. Die Elektromobilität stellt hohe tribologische Anforderungen an Lager, Getriebe und Dichtungen – etwa durch hohe Drehzahlen, Stromdurchgang und Wärmeabfuhr.
 
Fortschritte in Reibungskontrolle, Verschließschutz und Schmierung sind wichtig für zukünftige Technologien. Im Gegensatz zu den Anfängen der Tribologie – die 2026 ihren 60. Geburtstag feiert – stehen Tribologinnen und Tribologen heute modernste Werkzeuge zur Verfügung: Methoden der künstlichen Intelligenz ermöglichen u.a. Self-Driving Laboratories, Material Acceleration Platforms und umfassende Simulationen, etwa in der Moleküldynamik.
 
Anlässlich des ÖTG-Symposiums laden wir Sie herzlich ein, in einem intensiven Dialog zwischen Industrie und Forschung diesen Wandel zu diskutieren. Freuen Sie sich auf richtungsweisende Fachvorträge und viele Gelegenheiten zum direkten Austausch und zur Vernetzung.

Programmübersicht

Interviews

Die Tribologie – Ein Auslaufmodell oder ein Zukunftstreiber?

Patrick Beau, Optimol Instruments Prüftechnik GmbH

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Forschungsfragen in der e-Mobilität

Katharina VÖLKEL, Lehrstuhl für Maschinenelemente (Prof. Stahl), TU München

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New measurement equipment at AC²T

Rainer Franz, AC2T research GmbH

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Inspired by grease lubrication

Piet Lugt, SKF Research & Technology Development

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Research in alternative fuels

Marcella Frauscher, AC2T research GmbH

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Interesting innovations in tribology

Kartik Pondicherry, Anton Paar GmbH

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Der Einstieg in die Tribologie

Mirjam Bäse, Magna Powertrain GmbH & Co KG & Gesellschaft für Tribologie e.V.

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Highlights des ÖTG-Symposiums 2024

Andras Vernes, AC2T research GmbH

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Fotos

Seminar | Weintribologie

17. November 2026 | 13:00-18:00 | ARCOTEL Kaiserwasser Wien

Vortragender

Wir freuen uns, Ihnen das Weintribologie-Seminar ankündigen zu dürfen!
 

Im Rahmen des Seminars wird Ihnen Prof.em. Nicholas Spencer näherbringen, wie Wein und Tribologie zusammenhängen.

Nicholas Spencer ist ein weltweit anerkannter Tribologe und zugleich Weinakademiker! Er war Professor für Oberflächentechnik an der ETH Zürich und ist heute emeritiert. Sein ursprünglicher Forschungsschwerpunkt lag auf Oberflächenmodifizierungen, einschliessllich die Herstellung molekularer Polymermonolagen mit bürstenartigen Strukturen. Inzwischen hat er seine Forschung auf die Weintribologie ausgeweitet und unterrichtet jetzt in der Zürich Wine Academy.
 
Im Zuge seiner Ausbildung an der Weinakademie in Rust am Neusiedlersee beschäftigte er sich intensiv mit dem Thema: „Wein und Schmierung im Mund – wie Weinbestandteile das Mundgefühl beeinflussen“.
In einem etwa einstündigen Vortrag erhalten Sie spannende Einblicke in die Welt des Weins, mit besonderem Fokus auf Faktoren, die die Tribologie im Mund beeinflüssen.
 
Im anschließenden Praxisteil haben Sie die Möglichkeit, eine relevante Reihe sorgfältig ausgewählter Weine zu verkosten. Die Weine werden vom Weingut AMSEE aus Gols bereitgestellt. Gols zählt zu den bedeutendsten Weinorten Österreichs und liegt östlich des Neusiedler Sees.

Prof.em.
Nicholas SPENCER

ÖTG-Symposium

50 Jahre ÖTG & Fachvorträge

18. November 2026 | 14:00-18:00 | ARCOTEL Kaiserwasser Wien

Rheologie in der Tribologie

Piet Lugt, SKF Research & Technology Development, NL

Seminarziele

  • Grundkonzepte der Rheologie von Flüssigkeiten
  • Einfluss rheologischer Eigenschaften auf tribologische Prozesse
  • Anwendungen in Praxis und Wissenschaft
  • Moderne Methoden zur Charakterisierung rheologischer Eigenschaften
 

(Das Seminar wird in Englisch abgehalten)

 

Seminarinhalte auf einen Blick

  • Viskosität
  • Einfluss von Scherung, Temperatur, Druck und Zeit auf die Viskosität
    • Newtonsches und nicht-newtonsches Verhalten
    • Piezoviskosität
    • Viskoelastizität
    • Thixotropie und Rheopexie
  • Beispiele aus der Praxis
    • Schmieröle und -fette in Maschinenelementen
    • Biologische Systeme, z.B. Gelenkschmiere
    • Lebensmittelindustrie, z.B. Schokolade
    • Kosmetik, z.B. Cremen
  • Messung rheologischer Eigenschaften – Rheometrie

Vortragende

Anton Paar GmbH, AT

Pondicherry ist Tribologe mit Doktortitel in Tribologie der Montanuniversität Leoben und einem Master in Nanomaterialien der Universität Ulm. 

Seit 2023 arbeitet er als Global Product Manager für Tribologie bei Anton Paar GmbH in Graz. Seine Spezialgebiete sind Motortribologie, Biotribologie, Polymere und Beschichtungen.

Kartik PONDICHERRY
Anton Paar GmbH

Vortragende

JKU Linz, Institut für Polymerwissenschaften, AT

Prof. Kracalik promovierte 2006 am Institut für Makromolekulare Chemie der Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik. Nach einer Postdoc-Stelle an der Montanuniversität Leoben und einer Tätigkeit als Entwicklungsingenieur bei der ISOVOLTAIC AG kam er 2014 an das Institut für Polymerwissenschaften der Johannes Kepler Universität Linz, wo er die Forschungsgruppe „Rheologie” leitet. 

Seine Forschungsarbeiten umfassen die Verarbeitung und Anwendung dispersiver Polymersysteme (Blends, Composite und Nanocomposite) und deren Charakterisierung, Nanotechnologie in Kombination mit dem Werkstoffrecycling von Polymeren sowie die Rheologie biologischer Flüssigkeiten (Blut, Synovialflüssigkeit, Gehirnflüssigkeit). 

Milan KRACALIK
JKU Linz

University College London, Abteilung für Mathematik, UK

Prof. Wilson ist Professorin für Angewandte Mathematik am Department für Mathematik des University College London (UCL).

Ihr Forschungsschwerpunkt liegt auf komplexen Flüssigkeiten, insbesondere nicht-Newtonschem Verhalten wie viskoelastischen Flüssigkeiten und Partikelsuspensionen. Sie untersucht Phänomene wie Instabilitäten in elastischen Flüssigkeiten und die Wechselwirkungen von Partikeln in viskoelastischen Medien.

Ihre Arbeiten finden Anwendung in Bereichen wie Kunststoffverarbeitung, Zahnpflegeprodukten und forensischer Wissenschaft. Zu ihren Projekten zählen die Entwicklung scherverdickender Flüssigkeiten für die Kryokonservierung und die Untersuchung der Rheologie von Zahnpasten.

Sie ist zudem für ihre populärwissenschaftlichen Vorträge bekannt, darunter „Blood, Mud and Chocolate: Weird Fluids for Everyone“ und „Anyone for a mince pi?“.

Sie stand von 2018-2023 dem Department für Mathematik des University College London als erste Frau vor.

Helen J. WILSON
University College London

ÖTG-Symposium

Fachvortäge

19. November 2026 | 9:00-16:30 | ARCOTEL Kaiserwasser Wien

Festvortragende

Plenum

50 Jahre ÖTG – ein „obskurer Verein“ blickt (nicht nur) zurück

Bald nach „Prägung“ des Begriffes „Tribologie“ griff ein junger Wissenschafter (H. Detter) an der damaligen Technischen Hochschule Wien projektbezogen das Thema auf und gründete schließlich 1976 die ÖTG. Dieser wissenschaftliche Verein – Diktion eines Printmediums: „obskur“ – etablierte sich zielstrebig als einschlägige Fach-Organisation. ÖTG-Aktivitäten, insbesondere die jährlichen Symposien, wurden bald durch international ausgerichtete Konferenzen erweitert. Bisheriger Höhepunkt: 2nd World Tribology Congress 2001.

Die ÖTG war auch Projektträger für eine Reihe von wissenschaftlich-technischen Vorhaben sowie für Beratungstätigkeiten und schließlich Keimzelle für das Österreichische Kompetenzzentrum für Tribologie in Wiener Neustadt (ab 2002). Zukunftsorientiert, den Vereinszielen entsprechend, ist die ÖTG an zwei weiteren Tribologie-nahen Technologie-Institutionen beteiligt.

Friedrich FRANEK

Nachhaltigkeit wird am Österreichischen Kompetenzzentrum für Tribologie großgeschrieben

Nachhaltige Tribologie wird zu einem Schlüsselbereich für die nächste Generation energieeffizienter, vernetzter und kreislauforientierter Technologien.

Innovative Hochleistungsschmierstoffe, biobasierte Additive, intelligente Oberflächenbeschichtungen und adaptive Materialsysteme eröffnen neue Möglichkeiten, Reibung, Verschleiß und Energieverluste bereits in der Entwicklungsphase deutlich zu minimieren. Durch den Einsatz von KI, digitalen Zwillingen, Echtzeitsensorik und datengetriebenen Simulationsmodellen lassen sich tribologische Systeme künftig vorausschauend auslegen, überwachen und über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg kontinuierlich optimieren. Besonders an Bedeutung gewinnen ressourceneffiziente Werkstoffe, geschlossene Materialkreisläufe, ein minimaler Schmierstoffeinsatz und prädiktive Wartungskonzepte.

Damit wird nachhaltige Tribologie zu einem Schlüsselfaktor für emissionsarme Industrieprozesse, langlebige Maschinen, intelligente Mobilität und zukunftsfähige Technologien mit messbarem ökologischem und wirtschaftlichem Mehrwert.

Ewald BADISCH
AC2T research GmbH (AT)

Vergleichbar, rückverfolgbar, vertrauenswürdig – Tribologie bereit für die KI

Tribologische Studien beginnen noch immer zu oft bei Null: Ergebnisse sind nicht vergleichbar, Daten nicht rückverfolgbar und jedes Labor entwickelt eigene Lösungen. Mit i-TRIBOMAT entstand aus der ÖTG-Familie ein europaweites Netzwerk von Laboren, das auf harmonisierten Prüfprotokollen und einer gemeinsamen Datenstruktur basiert. So werden aus isolierten Versuchsergebnissen vergleichbare, rückverfolgbare und vertrauenswürdige Daten – die Grundlage für belastbare Modelle und KI in der Tribologie.

Der Vortrag zeigt den Weg von i-TRIBOMAT von den Anfängen bis heute und veranschaulicht anhand von Beispielen aus der Industrie, welchen Mehrwert dieser Ansatz für die Industrie schafft und wohin die Entwicklung führt: tribologische Modelle sowie Material- und Prüfdaten, die die Fragen der Industrie gezielt beantworten.

Xavier BORRAS
i-TRIBOMAT GmbH (AT)

Weltraumtribologie

Die Aerospace and Advanced Composites GmbH ist ein Spin-off des Austrian Institute of Technology und im Bereich Forschung und Entwicklung von Materialien und Technologien für Weltraum- und terrestrische Anwendungen tätig.

Die Bedingungen im Weltraum stellen spezielle Anforderungen an tribologische Kontakte – gleichzeitig bergen Lösungsansätze aus der Weltraumtribologie auch interessante Potenziale für terrestrische Anwendungen. Kaltverschweißen, Trockenschmierung und reibungsfreie Haltemechanismen sind Beispiele dafür, warum Lösungen für den Weltraum auch auf der Erde Zukunft haben.

Roland HOLZBAUER
Aerospace & Advanced Composites GmbH (AT)

Von wissenschaftlicher Exzellenz zu industrieller Stärke

Europa und Österreich stehen für hohe Lebensqualität, exzellente Forschung und eine spezialisierte Hightech-Industrie. Gleichzeitig gefährdet geringes Wachstum langfristig unseren Wohlstand. Entscheidend ist daher, Forschung rascher in marktreife Anwendungen zu überführen und so die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie zu stärken. Vorrangige Maßnahmen für raschere Investitionen sind niedrigere Energie-, Lohnneben- und Verwaltungskosten sowie schnellere Genehmigungsverfahren.

Auf EU-Ebene soll der vorgeschlagene Europäische Fonds für Wettbewerbsfähigkeit gemeinsam mit Horizon Europe Innovationen in skalierbare Produkte und europäische Technologieführerschaft überführen. Auf nationaler Ebene fokussiert Österreich auf neun Schlüsseltechnologien sowie neue Instrumente für Leitbetriebe, Risikokapital, Life Sciences und Verteidigung.

Florian FRAUSCHER
Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus (AT)

Zuverlässigkeitsgestaltung in der Tribologie

Tribologie wird bei der Lebensdauerauslegung häufig erst in der Erprobungsphase berücksichtigt.

In diesem Vortrag wird vorgestellt, was Zuverlässigkeitsgestaltung in der Tribologie bedeutet, wie Entwicklungs-ansätze für eine frühzeitige Betrachtung von tribologischen Schäden in der Lebensdauerberechnung aussehen können und welche Implikationen für die industrielle Praxis sich daraus ergeben.

Jörg SCHÖFER
Robert Bosch GmbH (DE)

Gastgeber Vortrag - Anton Paar GmbH

Rheometrie und Tribometrie

Anton Paar GmbH als diesjährige Gastgeberin des ÖTG-Symposiums wird präsentiert.

Vorstellung des Produktportfolios zu Rheologie und Tribologie.

Kartik PONDICHERRY
Anton Paar GmbH

Eingeladene Vorträge

Kombination von generativer KI mit reaktiver und klassischer Molekulardynamik für die Entwicklung nachhaltiger Schmierstoffe

Der regulatorische Druck, toxische und persistente Schmierstoffkomponenten zu ersetzen, beschleunigt die Suche nach nachhaltigen Alternativen.

Im Rahmen des EU-Projekts „SiToLub“ kombinieren wir generative KI mit reaktiver und klassischer Molekulardynamik (MD), um Schmierstoffkandidaten bereits vor der Synthese zu prüfen. Die reaktive MD bewertet die Alterung von Additiven und Grundölen, während ein automatisierter klassischer MD-Workflow die Viskosität vorhersagt und so das Moleküldesign direkt mit der Schmierstoffleistung verknüpft.

Hendrik EHRICH / Stefan J. EDER
AC2T research GmbH / TU Wien (AT)

Technische Fachvorträge

Schmieröle & -fette

Tribologische Besonderheiten weicher Grenzflächen

Biotribologische Methoden haben in zahlreichen Anwendungsbereichen deutlich an Bedeutung gewonnen, wobei weiche, heterogene und zeitabhängige Kontakte besondere experimentelle Herausforderungen darstellen. Dieser Vortrag präsentiert Fallstudien zu Lebensmitteln und Getränken, okulären Systemen, Haut, Kosmetika und Gewebe, Knorpel, Implantaten sowie Körperpflegeprodukten. Die Untersuchungen erfolgten mit  einem rheometerbasierten Tribometer und anwendungsspezifischen Kontaktkonfigurationen.  

Stribeck-Kurven und Messungen des Übergangs von Haft- zu Gleitreibung zeigen den erheblichen Einfluss der Probenwahl auf das tribologische Verhalten und die Differenzierbarkeit verschiedener Proben. Für Lebensmittel und Getränke werden zudem Zusammenhänge zwischen Reibungsverhalten und sensorischen  Mundgefühls-eigenschaften mithilfe statistischer Analysen aufgezeigt. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung von Probenwahl, Versuchsaufbau und Dateninterpretation für aussagekräftige tribologische Korrelationen. 

Kartik PONDICHERRY
Anton Paar GmbH

AICE LAB: Entwicklung einer kleinmaßstäblichen Testmethodik für Tribologie in kalten Umgebungen

AICE‑LAB (AI-supported Cold Environment Tribology Laboratory) verfolgt das Ziel, Reibungs- und Verschleißvorgänge von Polymer- und Metallwerkstoffen unter kontrollierten Schnee- und Eisbedingungen reproduzierbar im Labor zu untersuchen. Hierzu wird ein modulares Tribometer mit isolierter, kontinuierlich mit trockener Kaltluft beaufschlagter Testkammer eingesetzt. Neben dem Reibungskoeffizienten werden Temperatur und Luftfeuchtigkeit kontrolliert sowie Temperaturänderungen der Schnee- und Eisoberfläche mittels hochauflösender Thermografie erfasst. Erste Untersuchungen zeigen einen deutlichen Einfluss der Oberflächenrauheit, des Materials sowie der Eis- und Umgebungsbedingungen auf das Reibungsverhalten.

Der Beitrag stellt den entwickelten Versuchsaufbau und die ersten experimentellen Ergebnisse vor.

Igor    Velkavrh

Igor VELKAVRH
V‑Research GmbH (AT)

Ökobilanz-basierte Entwicklung von Tribowerkstoffen

Tribowerkstoffe basieren häufig auf kritischen Rohstoffen und weisen eine hohe Umweltbelastung auf. Zur Entwicklung nachhaltiger Alternativen wurden alle vier Nachhaltigkeitsstrategien konsequent umgesetzt und mithilfe von Ökobilanzen über den gesamten Lebenszyklus optimiert. Eisenaluminid-Laserauftragsschichten erwiesen sich dabei als besonders vielversprechend.

Durch den Einsatz nachhaltiger, unkritischer und recycelter Rohstoffe konnten Beschichtungen entwickelt werden, die konventionelle Tribowerkstoffe hinsichtlich der Verschleißbeständigkeit übertreffen. Zudem wurde bei ausgewählten Werkstoffen eine graphitbasierte Selbstschmierung realisiert, wodurch sich Umweltbilanz und tribologische Performance verbesserten.

Harald    Rojacz

Harald ROJACZ
AC2T research GmbH (AT)

Werkstoffe & Oberflächen

Von Inline-Ölsensordaten zur Instandhaltungsmaßnahme: Sensorik, Zustandsüberwachung und Filtration

Vorausschauende Instandhaltung (Predictive Maintenance) mithilfe von Inline-Ölsensoren erfordert ein fundiertes Verständnis der Leistungsfähigkeit und Grenzen der Sensoren sowie der Einflussgrößen im Schmiersystem. Dieser Vortrag präsentiert Erfahrungen aus mehr als 200 Inline-Sensorsystemen mit Schwerpunkt auf Ölzustandsüberwachung, maschinellem Lernen und modernen Modellierungsverfahren. Wesentliche Aspekte der Filtration zur Kontrolle abrasiver Partikel, der Öloxidation und des Additivabbaus werden diskutiert. Es wird aufgezeigt, wie sich Erkenntnisse aus Sensordaten in wirksame Instandhaltungsmaßnahmen überführen lassen.

Morten HENNEBERG
C. C. Jensen A/S (DK)

Tribologische und rheologische Charakterisierung von Schmierstoffen und Modellfluiden zur in-vitro-Bewertung der Implantatstabilität

Die mechanische Stabilität biomedizinischer Implantate ist entscheidend für ihre langfristige Funktionsfähigkeit. Dies erfordert daher zuverlässige in-vitro-Testmethoden. In dieser Studie werden motorölbasierte Modellsysteme als kontrollierte und reproduzierbare Medien zur Bewertung der Implantatstabilität analysiert und mit Schmierfetten sowie wässrigen, biologienahen Fluiden verglichen. Die tribologischen und rheologischen Eigenschaften werden anhand von Viskosität, Fließverhalten, Reibung und Schmierverhalten charakterisiert. Motoröle zeichnen sich durch Reproduzierbarkeit, gezielte Einstellbarkeit, stabile Zusammensetzung und Kosteneffizienz aus, während Schmierfette und wässrige Fluide bestimmte physiologische Wechselwirkungen besser abbilden.

Die Ergebnisse bilden eine Grundlage für die gezielte Auswahl geeigneter Modellschmierstoffe und die Entwicklung standardisierter, aussagekräftiger in-vitro-Tests zur Implantatstabilität.

Sándor  MANÓ
University of Debrecen (HU)

Poröse Strukturen für geringe Reibung: Die Tribologie metallorganischer Gerüstverbindungen (MOF)

Metallorganische Gerüstverbindungen (MOF) in Nanopartikel-Form erweisen sich als wirksame Schmierstoffadditive.
Diese Studie hebt die beeindruckende Festschmiereigenschaft eines titanhaltigen MOF, COK-47, hervor, das die Reibung im Vergleich zu AISI 304-Stahl um den Faktor 8,5 reduziert. COK-47 weist über verschiedene Materialpaarungen hinweg – darunter Al₂O₃ und Si₃N₄ – einen konstant niedrigen Reibungskoeffizienten (0,1–0,2) auf und übertrifft dabei andere MOF und zweidimensionale Werkstoffe. Die Bildung eines Tribofilms durch die Hydrolyse von COK-47 in Gegenwart von Feuchtigkeit konnte bestätigt werden; Dichtefunktionalrechnungen zeigen, dass Wasser die Zersetzung fördert.
Diese Forschung unterstreicht das Potenzial von MOF- und wasserunterstützter Schmierung für den Fortschritt der Tribologie.

Carsten GACHOT
TU Wien (AT)

Komponenten & Systeme

Langjährige erfolgreiche Zusammenarbeit österreichischer und serbischer Tribologen – Ergebnisse, Perspektiven und Herausforderungen

Ausgehend von den ersten Kontakten auf der World Tribology Conference (WTC) 1997 in London mit Professor Friedrich Franek und 2001 in Wien entwickelte sich die Zusammenarbeit mit österreichischen Kollegen zu einem der wichtigsten internationalen Kontakte für serbische Tribologen und zu einer wichtigen Motivation für Forschung und wissenschaftliche Arbeit. Aus dieser langjährigen Zusammenarbeit gingen zahlreiche gemeinsame Arbeiten zu Gleit- und Wälzlagern, Zahnrädern und weiteren tribologischen Phänomenen hervor, die auf vielen internationalen Konferenzen präsentiert wurden, darunter auch das jährliche ÖTG-Symposium als wichtige Plattform. Der Austausch junger Tribologen und Besuche von AC2T in Wiener Neustadt eröffneten eine neue Dimension der Zusammenarbeit und schaffen neue Perspektiven, Motivation und Herausforderungen für zukünftige gemeinsame Forschungsarbeiten.

Aleksandar MARINKOVIĆ
University of Belgrade (RS)

Brückenschlag zwischen Laborforschung und industrieller Anwendung in der Polymertribologie

Polymerverbundwerkstoffe werden aufgrund ihrer geringen Dichte, guten Korrosionsbeständigkeit, Selbstschmiereigenschaften und Verschleißfestigkeit häufig in tribologischen Anwendungen eingesetzt. Die Übertragung von Erkenntnissen aus Laborversuchen auf den industriellen Maßstab bleibt jedoch aufgrund von Lücken im grundlegenden Verständnis und in der konstruktiven Auslegung eine Herausforderung. Dieser Vortrag befasst sich mit diesem Übergang hin zu einem semi-industriellen Prototyp. Zwei selbst entwickelte Verbundwerkstoffe wurden in Stift-Platte-Versuchen mit reziprokierender Bewegung bei 20 MPa unter trockenen Bedingungen sowie mit Wasser und umweltverträglichem Schmierstoff (EAL) mit kommerziellen Werkstoffen verglichen, wobei die Bedingungen von Leitschaufellagerungen einer Turbine nachgebildet wurden. Die entwickelten Verbundwerkstoffe reduzierten die Reibung um bis zu 74 %, während die EAL-Schmierung Reibung und Verschleiß um bis zu 98 % verringerte und damit eine deutliche Verlängerung der Lagerlebensdauer erwarten lässt.

Nazanin EMAMI
Luleå University of Technology  (SE)
University of Ljubljana (SI)

Stift-Scheibe-Tests für biomedizinische Werkstoffe und Medizinprodukte

Reibung spielt eine entscheidende Rolle in biomedizinischen Anwendungen – von Knieimplantaten, die eine geringe Reibung für reibungslose Bewegungen benötigen, über Implantate, bei denen eine kontrollierte Reibung an der Implantat-Knochen-Grenzfläche die Osseointegration unterstützt, bis hin zu Kathetern, die leicht in Blutgefäße oder die Harnröhre eingeführt werden müssen. Obwohl sie einfach aufgebaut ist, bleibt die Stift-Scheibe-Methode ein unverzichtbares Verfahren, um zuverlässige und aussagekräftige tribologische Daten zu gewinnen, vorausgesetzt, die Testbedingungen sind bekannt oder gut abgeschätzt.
In diesem Beitrag werden drei Fallstudien vorgestellt: die Reibungsanalyse von Hüftimplantaten gegen Knochen, die Bewertung von Schutzschichten auf Knieimplantaten und der Vergleich beschichteter Katheter. Diese Ergebnisse zeigen die Vielseitigkeit der Methode bei der Simulation realistischer biomedizinischer Bedingungen.

Jiri NOHAVA
Anton Paar TriTec SA (CH)

Untersuchung der Mechanismen der festen Selbstschmierung von B₂O₃ in TiB2±x- und WB2±x-basierten Dünnschichten

Übergangsmetallboride wie TiB2±x und WB2±x sind vielversprechende Werkstoffe für Schutzschichten, da sie hohe Härte mit selbstschmierenden Eigenschaften kombinieren. Bei hohen Temperaturen bilden sie eine dünne B₂O₃-Schicht, die zur Reibungsreduktion beiträgt. Das überstöchiometrische TiB2,9 zeigt geringere Reibung als TiB1.5, da der überschüssige Boranteil die Bildung größerer Mengen an schmierendem Oxid ermöglicht. Ebenso weisen Beschichtungen aus α-WB2±z selbstschmierende Eigenschaften auf. Allerdings neigen sie dazu, sich in unterstöchiometrischer Form zu stabilisieren, was zu einer geringeren Menge an oxidierbarem Bor führt. Die tribologischen Daten werden mit XPS-, XRD- und TEM-Analysen korreliert und liefern neue Erkenntnisse über die Schmiermechanismen von Boroxid in Dünnschichten.

Daniel PÖLZLBERGER
TU Wien (AT)

Unter (hydrodynamischem) Druck – Eine neuartige Prüfmethode zum Leistungsvergleich verschiedener Oberflächentexturen bei unterschiedlichen Betriebsbedingungen

Ein numerischer Ansatz wird verwendet, um optimale Parameter für einfach und mehrfach vertiefte strukturierte konvergierende Schmierspalte zu identifizieren, die praktisch durch Fräsen herstellbar sind. Darüber hinaus wurde eine neuartige Prüfmethode auf einem MCR-Rheometer von Anton Paar entwickelt, um diese Strukturen unter Vollschmierung zu bewerten – bei Variation von Drehzahl, Temperatur und minimaler Ölfilmdicke.
Die Ergebnisse zeigen, dass einfache Vertiefungen die höchste Tragfähigkeit erreichen. Bei 23 °C verringern beide Strukturtypen den Strömungswiderstand im Vergleich zu unstrukturierten Spalten, auch wenn dieser Vorteil mit steigender Temperatur abnimmt. Dennoch übertrifft die Tragfähigkeit strukturierter Oberflächen durchgehend jene unstrukturierter Schmierspalte.

Raphael SCHARF
Montanuniversität Leoben (AT)

Experimentelle Untersuchung der Größenverteilung von Reifenabriebpartikeln

Die neue EURO-7-Emissionsnorm berücksichtigt erstmals auch den Reifenabrieb. Frühere Forschungsarbeiten haben der Größenverteilung der Reifenabriebpartikel bislang nur geringe Aufmerksamkeit geschenkt, obwohl diese entscheidend für die Beurteilung ihrer Umweltauswirkungen ist. In dieser Studie wurde daher eine Mini-Traction-Machine eingesetzt, um den realen Reifenabrieb durch Abrasion zu simulieren. Dabei wurde eine Kugel aus Reifenmaterial gegen eine Asphaltscheibe aus Kies und Bitumen betrieben.
Es wurden verschiedene Versuchsreihen mit unterschiedlichen Normalkräften, Schlupfverhältnissen und Geschwindigkeiten durchgeführt. Die entstehenden Partikel wurden anschließend mittels Laserbeugung analysiert und nach ihrer Größe klassifiziert.

Alexander SCHMIEDHOFER
TU Wien (AT)

Impedanzmessung in Lagern zur Beurteilung von Schmierstoffen und zur Zustandsüberwachung

Der Schmierzustand ist ein entscheidender Faktor für die Lebensdauer von Lagern. Durch die Erfassung des elektrischen Potentials zwischen Lager und Welle kann der Schmierzustand überwacht werden.
In diesem Vortrag wird eine Methode vorgestellt, die ein Hochfrequenz-Impedanzsignal anwendet. In verschiedenen Anwendungen konnte gezeigt werden, dass damit wertvolle Informationen sowohl für die Schmierstoffentwicklung als auch für die Zustandsüberwachung gewonnen werden können:

  • Stribeck-Kurve unter realen Einsatzbedingungen
  • Pitting-Entwicklung von der Initiierung bis zur Partikelbildung
  • Bildung von Oberflächenschichten, schützenden Reaktionsschichten oder Ablagerungen
  • Entwicklung der Ölalterung: Partikelbildung und Verunreinigung
  • Kräfte im Lager unter realen Einsatzbedingungen

Christoph WINCIERZ
HCP Sense GmbH (DE)

Organisationskomitee

Priv.-Doz.    Dipl.-Ing.    Dr.techn.    Nicole    Dörr​

Priv.-Doz. Dipl.-Ing Dr.

Nicole Dörr

ÖTG-Preäsidentin

Univ.-Prof. Dr.-Ing.

Carsten Gachot

ÖTG-Vize-Präsident

Ernst-Dieter Janotka

ÖTG-Generalsekretär

Priv.-Doz.    DI    Dr.    Bernhard    SCHEICHL,    Hon.    Assoc.    Prof.

Priv.-Doz. Dipl.-Ing. Dr.

Bernhard Scheichl, Hon. Assoc. Prof.

TU Wien

Institut für Strömungsmechanik und Wärmeübertragung

Dr.

Timea Erzsebet Varadi, MSc.

Klinik Floridsdorf

Stabsstelle für Medizinphysik

Veranstaltungsort, Anreise & Unterkunft

ARCOTEL Kaiserwasser Wien

Wagramer Straße  8, 1220 Wien, Österreich

Informationen bezüglich Veranstaltungsort, Anreise und Unterkunft finden Sie hier.

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Ausschreibung für Fachvorträge

Bitte übermitteln Sie uns Name, Organisation, Titel und eine Kurzfassung von max. 100 Wörtern zu Ihrem Vortrag über dieses Formular.  

Sobald Ihr Vortrag angenommen wurde, bitten wir um Zusendung eines Porträtfotos in hoher Auflösung und Registrierung auf unserer Webseite.

Ausschreibung für Poster

Bitte übermitteln Sie uns Name, Organisation, Titel und eine Kurzfassung von max. 100 Wörtern zu Ihrem Poster über dieses Formular.

Sobald Ihr Poster angenommen wurde, bitten wir um Zusendung eines Porträtfotos in hoher Auflösung und Registrierung. 

Ihr Poster wird im Veranstaltungsbereich präsentiert.

Ausstellungsstand

Gleichzeitig zum Symposium findet im Veranstaltungsbereich eine Fachausstellung statt. 

Bitte senden Sie uns Name, Organisation und Informationen zu Ihrem Stand (z.B. Strom, Bildschirm, Tisch) an office@oetg.at.  

Registrierung

Im Teilnahmeentgelt sind die Tagungsunterlagen (download, Präsentationen vom 18.11. und/oder 19.11.), die Verpflegung in den Pausen und das Mittagessen enthalten. Preise exkl. MWSt. 

Kontakt

Nicole Dörr
Präsidentin

Ernst-Dieter Janotka
Generalsekretär

Falls Sie Fragen zum ÖTG-Symposium 2026 haben, können Sie sich gerne an uns wenden.

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