Symposium 2026
Tribologie in Industrie und Forschung
50 Jahre Österreichische Gesellschaft für Tribologie
17.-19. November 2026
Motivation und Themenschwerpunkte
Programmübersicht
Interviews
Die Tribologie – Ein Auslaufmodell oder ein Zukunftstreiber?
Patrick Beau, Optimol Instruments Prüftechnik GmbH
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Forschungsfragen in der e-Mobilität
Katharina VÖLKEL, Lehrstuhl für Maschinenelemente (Prof. Stahl), TU München
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New measurement equipment at AC²T
Rainer Franz, AC2T research GmbH
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Inspired by grease lubrication
Piet Lugt, SKF Research & Technology Development
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Research in alternative fuels
Marcella Frauscher, AC2T research GmbH
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Interesting innovations in tribology
Kartik Pondicherry, Anton Paar GmbH
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Der Einstieg in die Tribologie
Mirjam Bäse, Magna Powertrain GmbH & Co KG & Gesellschaft für Tribologie e.V.
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Highlights des ÖTG-Symposiums 2024
Andras Vernes, AC2T research GmbH
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Fotos
Seminar | Weintribologie
17. November 2026 | 13:00-18:00 | ARCOTEL Kaiserwasser Wien
Vortragender
Im Rahmen des Seminars wird Ihnen Prof.em. Nicholas Spencer näherbringen, wie Wein und Tribologie zusammenhängen.
Prof.em.
Nicholas SPENCER
ÖTG-Symposium
50 Jahre ÖTG & Fachvorträge
18. November 2026 | 14:00-18:00 | ARCOTEL Kaiserwasser Wien
Rheologie in der Tribologie
Piet Lugt, SKF Research & Technology Development, NL
Seminarziele
- Grundkonzepte der Rheologie von Flüssigkeiten
- Einfluss rheologischer Eigenschaften auf tribologische Prozesse
- Anwendungen in Praxis und Wissenschaft
- Moderne Methoden zur Charakterisierung rheologischer Eigenschaften
(Das Seminar wird in Englisch abgehalten)
Seminarinhalte auf einen Blick
- Viskosität
- Einfluss von Scherung, Temperatur, Druck und Zeit auf die Viskosität
- Newtonsches und nicht-newtonsches Verhalten
- Piezoviskosität
- Viskoelastizität
- Thixotropie und Rheopexie
- Beispiele aus der Praxis
- Schmieröle und -fette in Maschinenelementen
- Biologische Systeme, z.B. Gelenkschmiere
- Lebensmittelindustrie, z.B. Schokolade
- Kosmetik, z.B. Cremen
- Messung rheologischer Eigenschaften – Rheometrie
Vortragende
Anton Paar GmbH, AT
Pondicherry ist Tribologe mit Doktortitel in Tribologie der Montanuniversität Leoben und einem Master in Nanomaterialien der Universität Ulm.
Seit 2023 arbeitet er als Global Product Manager für Tribologie bei Anton Paar GmbH in Graz. Seine Spezialgebiete sind Motortribologie, Biotribologie, Polymere und Beschichtungen.
Kartik PONDICHERRY
Anton Paar GmbH
Vortragende
JKU Linz, Institut für Polymerwissenschaften, AT
Prof. Kracalik promovierte 2006 am Institut für Makromolekulare Chemie der Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik. Nach einer Postdoc-Stelle an der Montanuniversität Leoben und einer Tätigkeit als Entwicklungsingenieur bei der ISOVOLTAIC AG kam er 2014 an das Institut für Polymerwissenschaften der Johannes Kepler Universität Linz, wo er die Forschungsgruppe „Rheologie” leitet.
Seine Forschungsarbeiten umfassen die Verarbeitung und Anwendung dispersiver Polymersysteme (Blends, Composite und Nanocomposite) und deren Charakterisierung, Nanotechnologie in Kombination mit dem Werkstoffrecycling von Polymeren sowie die Rheologie biologischer Flüssigkeiten (Blut, Synovialflüssigkeit, Gehirnflüssigkeit).
Milan KRACALIK
JKU Linz
University College London, Abteilung für Mathematik, UK
Prof. Wilson ist Professorin für Angewandte Mathematik am Department für Mathematik des University College London (UCL).
Ihr Forschungsschwerpunkt liegt auf komplexen Flüssigkeiten, insbesondere nicht-Newtonschem Verhalten wie viskoelastischen Flüssigkeiten und Partikelsuspensionen. Sie untersucht Phänomene wie Instabilitäten in elastischen Flüssigkeiten und die Wechselwirkungen von Partikeln in viskoelastischen Medien.
Ihre Arbeiten finden Anwendung in Bereichen wie Kunststoffverarbeitung, Zahnpflegeprodukten und forensischer Wissenschaft. Zu ihren Projekten zählen die Entwicklung scherverdickender Flüssigkeiten für die Kryokonservierung und die Untersuchung der Rheologie von Zahnpasten.
Sie ist zudem für ihre populärwissenschaftlichen Vorträge bekannt, darunter „Blood, Mud and Chocolate: Weird Fluids for Everyone“ und „Anyone for a mince pi?“.
Sie stand von 2018-2023 dem Department für Mathematik des University College London als erste Frau vor.
Helen J. WILSON
University College London
ÖTG-Symposium
Fachvortäge
19. November 2026 | 9:00-16:30 | ARCOTEL Kaiserwasser Wien
Plenum
Nachhaltigkeit wird am Österreichischen Kompetenzzentrum für Tribologie großgeschrieben
Nachhaltige Tribologie wird zu einem Schlüsselbereich für die nächste Generation energieeffizienter, vernetzter und kreislauforientierter Technologien.
Innovative Hochleistungsschmierstoffe, biobasierte Additive, intelligente Oberflächenbeschichtungen und adaptive Materialsysteme eröffnen neue Möglichkeiten, Reibung, Verschleiß und Energieverluste bereits in der Entwicklungsphase deutlich zu minimieren. Durch den Einsatz von KI, digitalen Zwillingen, Echtzeitsensorik und datengetriebenen Simulationsmodellen lassen sich tribologische Systeme künftig vorausschauend auslegen, überwachen und über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg kontinuierlich optimieren. Besonders an Bedeutung gewinnen ressourceneffiziente Werkstoffe, geschlossene Materialkreisläufe, ein minimaler Schmierstoffeinsatz und prädiktive Wartungskonzepte.
Damit wird nachhaltige Tribologie zu einem Schlüsselfaktor für emissionsarme Industrieprozesse, langlebige Maschinen, intelligente Mobilität und zukunftsfähige Technologien mit messbarem ökologischem und wirtschaftlichem Mehrwert.
Ewald BADISCH
AC2T research GmbH (AT)
Vergleichbar, rückverfolgbar, vertrauenswürdig – Tribologie bereit für die KI
Tribologische Studien beginnen noch immer zu oft bei Null: Ergebnisse sind nicht vergleichbar, Daten nicht rückverfolgbar und jedes Labor entwickelt eigene Lösungen. Mit i-TRIBOMAT entstand aus der ÖTG-Familie ein europaweites Netzwerk von Laboren, das auf harmonisierten Prüfprotokollen und einer gemeinsamen Datenstruktur basiert. So werden aus isolierten Versuchsergebnissen vergleichbare, rückverfolgbare und vertrauenswürdige Daten – die Grundlage für belastbare Modelle und KI in der Tribologie.
Der Vortrag zeigt den Weg von i-TRIBOMAT von den Anfängen bis heute und veranschaulicht anhand von Beispielen aus der Industrie, welchen Mehrwert dieser Ansatz für die Industrie schafft und wohin die Entwicklung führt: tribologische Modelle sowie Material- und Prüfdaten, die die Fragen der Industrie gezielt beantworten.
Xavier BORRAS
i-TRIBOMAT GmbH (AT)
Weltraumtribologie
Die Aerospace and Advanced Composites GmbH ist ein Spin-off des Austrian Institute of Technology und im Bereich Forschung und Entwicklung von Materialien und Technologien für Weltraum- und terrestrische Anwendungen tätig.
Die Bedingungen im Weltraum stellen spezielle Anforderungen an tribologische Kontakte – gleichzeitig bergen Lösungsansätze aus der Weltraumtribologie auch interessante Potenziale für terrestrische Anwendungen. Kaltverschweißen, Trockenschmierung und reibungsfreie Haltemechanismen sind Beispiele dafür, warum Lösungen für den Weltraum auch auf der Erde Zukunft haben.
Roland HOLZBAUER
Aerospace & Advanced Composites GmbH (AT)
Gastgeber Vortrag - Anton Paar GmbH
Rheometrie und Tribometrie
Anton Paar GmbH als diesjährige Gastgeberin des ÖTG-Symposiums wird präsentiert.
Vorstellung des Produktportfolios zu Rheologie und Tribologie.
Kartik PONDICHERRY
Anton Paar GmbH
Eingeladene Vorträge
Zuverlässigkeitsgestaltung in der Tribologie
Tribologie wird bei der Lebensdauerauslegung häufig erst in der Erprobungsphase berücksichtigt.
In diesem Vortrag wird vorgestellt, was Zuverlässigkeitsgestaltung in der Tribologie bedeutet, wie Entwicklungs-ansätze für eine frühzeitige Betrachtung von tribologischen Schäden in der Lebensdauerberechnung aussehen können und welche Implikationen für die industrielle Praxis sich daraus ergeben.
Jörg SCHÖFER
Robert Bosch GmbH (DE)
Kombination von generativer KI mit reaktiver und klassischer Molekulardynamik für die Entwicklung nachhaltiger Schmierstoffe
Der regulatorische Druck, toxische und persistente Schmierstoffkomponenten zu ersetzen, beschleunigt die Suche nach nachhaltigen Alternativen.
Im Rahmen des EU-Projekts „SiToLub“ kombinieren wir generative KI mit reaktiver und klassischer Molekulardynamik (MD), um Schmierstoffkandidaten bereits vor der Synthese zu prüfen. Die reaktive MD bewertet die Alterung von Additiven und Grundölen, während ein automatisierter klassischer MD-Workflow die Viskosität vorhersagt und so das Moleküldesign direkt mit der Schmierstoffleistung verknüpft.
Hendrik EHRICH / Stefan J. EDER
AC2T research GmbH / TU Wien (AT)
Die Bildung von Tropfen und Sprühstrahlen aus komplexen Flüssigkeiten
Die Bildung von Tropfen und Sprays durch Zerfall kohärenter flüssiger Systeme wird durch verformungsinduzierte Spannungen in der Flüssigkeit beeinflusst. Diese Spannungen, die von der Verformungsrate der Flüssigkeit abhängen, werden durch das Fließgesetz der Flüssigkeit bestimmt. Beim Übergang vom Newtonschen zu nicht-Newtonschem, d.h. zu komplexem Flüssigkeitsverhalten, kann sich der Zerfall von Strahlen oder Filmen durch Plateau-Rayleighsche oder Kelvin-Helmholtzsche Instabilität stark verändern, was die Verteilung des Tropfendurchmessers beeinflusst. Experimente zeigen, dass selbst kleine Anteile makromolekularer polymerer Substanzen in einer Flüssigkeit die Dehnviskosität der Flüssigkeit stark verändern können, während die Scherviskosität nur wenig beeinflusst wird. Entsprechend zeigt sich der Einfluss des veränderten Materialverhaltens vorwiegend in durch Ligamentzerfall gebildeten Sprays.
Dieser Vortrag diskutiert die Charakterisierung komplexer Flüssigkeiten mit Relevanz für den Zerfall von Strahlen und Filmen. Die lineare Stabilitätsanalyse sagt bei linearer Viskoelastizität ein im Vergleich zu Newtonschen flüssigen Systemen mit gleicher Ohnesorgezahl verstärktes Wachstum instabiler Störungen voraus. Die Diskrepanz zu der experimentellen Beobachtung eher stabilisierender als destabilisierender Wirkung makromolekularer gelöster Substanzen ist durch nichtlineare Vorgänge bedingt. Experimente zeigen, dass Tropfendurchmesser-Spektren zerfallender Strahlen aus Poly(ethylenoxid)-Lösungen in Wasser-Glyzerin Gemischen denen Newtonscher Flüssigkeiten sehr ähnlich sind. Mittlere Tropfendurchmesser in Sprays aus komplexen Flüssigkeiten, die mit Flachstrahldüsen erzeugt wurden, werden gut als Funktionen der Strömungs-Weberzahl und einer Dehn-Reynoldszahl beschrieben, die als Deborah-Zahl interpretiert wird.
Günter BRENN
TU Graz (AT)
Technische Fachvorträge
Schmieröle & -fette
Tribologische Besonderheiten weicher Grenzflächen
Biotribologische Methoden haben in zahlreichen Anwendungsbereichen deutlich an Bedeutung gewonnen, wobei weiche, heterogene und zeitabhängige Kontakte besondere experimentelle Herausforderungen darstellen. Dieser Vortrag präsentiert Fallstudien zu Lebensmitteln und Getränken, okulären Systemen, Haut, Kosmetika und Gewebe, Knorpel, Implantaten sowie Körperpflegeprodukten. Die Untersuchungen erfolgten mit einem rheometerbasierten Tribometer und anwendungsspezifischen Kontaktkonfigurationen.
Stribeck-Kurven und Messungen des Übergangs von Haft- zu Gleitreibung zeigen den erheblichen Einfluss der Probenwahl auf das tribologische Verhalten und die Differenzierbarkeit verschiedener Proben. Für Lebensmittel und Getränke werden zudem Zusammenhänge zwischen Reibungsverhalten und sensorischen Mundgefühls-eigenschaften mithilfe statistischer Analysen aufgezeigt. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung von Probenwahl, Versuchsaufbau und Dateninterpretation für aussagekräftige tribologische Korrelationen.
Kartik PONDICHERRY
Anton Paar GmbH
AICE LAB: Entwicklung einer kleinmaßstäblichen Testmethodik für Tribologie in kalten Umgebungen
AICE‑LAB (AI-supported Cold Environment Tribology Laboratory) verfolgt das Ziel, Reibungs- und Verschleißvorgänge von Polymer- und Metallwerkstoffen unter kontrollierten Schnee- und Eisbedingungen reproduzierbar im Labor zu untersuchen. Hierzu wird ein modulares Tribometer mit isolierter, kontinuierlich mit trockener Kaltluft beaufschlagter Testkammer eingesetzt. Neben dem Reibungskoeffizienten werden Temperatur und Luftfeuchtigkeit kontrolliert sowie Temperaturänderungen der Schnee- und Eisoberfläche mittels hochauflösender Thermografie erfasst. Erste Untersuchungen zeigen einen deutlichen Einfluss der Oberflächenrauheit, des Materials sowie der Eis- und Umgebungsbedingungen auf das Reibungsverhalten.
Der Beitrag stellt den entwickelten Versuchsaufbau und die ersten experimentellen Ergebnisse vor.
Igor VELKAVRH
V‑Research GmbH (AT)
Von der Grenzflächenwissenschaft zur grünen Synthese von 2D-Werkstoffen: Ein Ansatz zur nachhaltigen Schmierung
MXene sind eine Klasse zweidimensionaler Werkstoffe, die für ihre außergewöhnlichen physikalischen und chemischen Eigenschaften bekannt sind. Ihr technologischer Fortschritt wurde jedoch durch Sicherheitsbedenken behindert, da herkömmliche Synthesemethoden häufig gefährliche Chemikalien erfordern.
In dieser Arbeit werde ich zeigen, wie wir die Prinzipien der Grenzflächenwissenschaft – insbesondere Oberflächen-Nanoblasen – genutzt haben, um die elektrochemische Synthese zu verbessern und hochqualitative MXene mit deutlich höherer Ausbeute herzustellen. Ich werde ihre Oberflächenterminierungen erläutern, die sich von klassischen MXenen unterscheiden. Darüber hinaus werde ich die herausragenden tribologischen Eigenschaften dieser Materialien auf Makro- und Nanoskala darstellen, womit ein neuer Maßstab für die Entwicklung nachhaltiger Festschmierstoffe gesetzt wird.
Pierluigi BILOTTO
TU Wien (AT)
Werkstoffe & Oberflächen
Atomistische Simulationen zur Viskositätsvorhersage und Schmierstoffadditiv-Entwicklung
Dieser Beitrag zeigt, wie atomistische Simulationen zur Entwicklung besserer Schmierstoffe beitragen können. Zunächst wird untersucht, wie sich die molekulare Bewegung im Nanobereich auf die Viskosität unter verschiedenen Temperaturen, Drücken und Scherbedingungen auswirkt und wie sich diese Daten zu einer einheitlichen Beschreibung des Fließverhaltens zusammenführen lassen.
Im zweiten Teil werden chemische Simulationen eingesetzt, um Antioxidantien aus nachwachsenden Rohstoffen wie Lignin zu bewerten – mit Fokus auf deren Stabilität und Schutzwirkung gegenüber Grundölen. Zusammen verdeutlichen diese Studien wie molekulare Modellierung effiziente und nachhaltige Schmierungskonzepte unterstützt.
Stefan J. EDER
AC2T research GmbH
TU Wien (AT)
Fallstudie zur Ölzustandsüberwachung – Eine praktische und effektive Lösung für alle Aufgaben von der Planung der Probenahmen bis zu den resultierenden Korrekturmaßnahmen
Die Relevanz und die Vorteile der Ölzustandsüberwachung in industriellen Umgebungen stehen außer Frage. Es gibt eine Vielzahl von Dienstleistern, um Industrieunternehmen bei der Durchführung der verschiedenen damit verbundenen Aktivitäten zu unterstützen. Alternativ können Teilaspekte oder der gesamte Prozess in Eigenverantwortung des Unternehmens abgewickelt werden.
Im Rahmen der Präsentation wird anhand eines praktischen Beispiels eines österreichischen Industrieunternehmens eine zielgerichtete Gesamtlösung vorgestellt. Das Besondere ist die Softwarelösung als zentrale Schnittstelle zur Verwaltung der technischen Anlagen, der Planung und Erfassung von Messdaten bis zum Vorschlag von Korrekturmaßnahmen.
Das konkrete Beispiel einer Umsetzung in diesem Industrieunternehmen zeigt die Herausforderung, reibungslose Prozesse und die direkte Integration von Analysegeräten in Einklang zu bringen
Thomas FEISCHL
eralytics GmbH (AT)
Poröse Strukturen für geringe Reibung: Die Tribologie metallorganischer Gerüstverbindungen (MOF)
Metallorganische Gerüstverbindungen (MOF) in Nanopartikel-Form erweisen sich als wirksame Schmierstoffadditive.
Diese Studie hebt die beeindruckende Festschmiereigenschaft eines titanhaltigen MOF, COK-47, hervor, das die Reibung im Vergleich zu AISI 304-Stahl um den Faktor 8,5 reduziert. COK-47 weist über verschiedene Materialpaarungen hinweg – darunter Al₂O₃ und Si₃N₄ – einen konstant niedrigen Reibungskoeffizienten (0,1–0,2) auf und übertrifft dabei andere MOF und zweidimensionale Werkstoffe. Die Bildung eines Tribofilms durch die Hydrolyse von COK-47 in Gegenwart von Feuchtigkeit konnte bestätigt werden; Dichtefunktionalrechnungen zeigen, dass Wasser die Zersetzung fördert.
Diese Forschung unterstreicht das Potenzial von MOF- und wasserunterstützter Schmierung für den Fortschritt der Tribologie.
Carsten GACHOT
TU Wien (AT)
Komponenten & Systeme
Entwicklung und Charakterisierung von Bremsbelagreibmaterialien für Fahrzeuge mit neuartigen 2D-Materialien als Festschmierstoffe
Diese Studie bewertet titanhaltige MXene (Ti₃C₂Tₓ) als herausragenden Festschmierstoff für Bremsbeläge und vergleicht sie mit herkömmlichem Molybdändisulfid (MoS₂) sowie einer Hybridformulierung beider Stoffe. Eingebettet in eine feste Matrix wurden die Verbundwerkstoffe hinsichtlich ihrer thermischen, mechanischen und tribologischen Eigenschaften untersucht. Stift-Scheibe-Tests gegen Grauguss zeigten, dass Ti₃C₂Tₓ die Wirksamkeit von MoS₂ deutlich übertrifft. Die Hybridformulierung reduzierte die spezifische Verschleißrate um 16,5 %, während der ausschließlich Ti₃C₂Tₓ-haltige Verbundwerkstoff eine erhebliche Verschleißminderung von 48,5 % im Vergleich zum MoS₂-basierten Werkstoff erreichte.
Damit wird das außergewöhnliche Potenzial von MXenen zur Verbesserung der Haltbarkeit und Leistungsfähigkeit von Bremsbelägen deutlich.
Eslam MAHMOUD
TU Wien (AT)
Innovative 2D-Werkstoffe zur Reibungsreduktion – ab initio-Simulationen gekoppelt mit Experimenten
Auf der Suche nach effizienten Festschmierstoffen für den Einsatz unter extremen Bedingungen haben sich zweidimensionale Werkstoffe wie Graphen und MoS₂ als vielversprechende Alternativen zu herkömmlichen Flüssigschmierstoffen herauskristallisiert. Neuartige 2D-Verbindungen markieren ein sich rasch entwickelndes Themenfeld der modernen Tribologie und erfordern einen interdisziplinären Ansatz, der Chemie, Physik und Werkstofftechnik miteinander verbindet.
Dieser Vortrag beleuchtet aktuelle Fortschritte im Verständnis des tribologischen Verhaltens von 2D-Werkstoffen der nächsten Generation durch die kombinierte Anwendung von Dichtefunktionaltheorie-Simulationen und Experimenten. Besonderes Augenmerk gilt dabei MXenen (Ti₃C₂Tₓ), Übergangsmetall-Carbochalkogeniden (Nb₂CS₂) und zweidimensionalen metallorganischen Gerüstverbindungen, die als vielversprechende Festschmierstoffkandidaten der Zukunft gelten.
Edoardo MARQUIS
TU Wien (AT)
Stift-Scheibe-Tests für biomedizinische Werkstoffe und Medizinprodukte
Reibung spielt eine entscheidende Rolle in biomedizinischen Anwendungen – von Knieimplantaten, die eine geringe Reibung für reibungslose Bewegungen benötigen, über Implantate, bei denen eine kontrollierte Reibung an der Implantat-Knochen-Grenzfläche die Osseointegration unterstützt, bis hin zu Kathetern, die leicht in Blutgefäße oder die Harnröhre eingeführt werden müssen. Obwohl sie einfach aufgebaut ist, bleibt die Stift-Scheibe-Methode ein unverzichtbares Verfahren, um zuverlässige und aussagekräftige tribologische Daten zu gewinnen, vorausgesetzt, die Testbedingungen sind bekannt oder gut abgeschätzt.
In diesem Beitrag werden drei Fallstudien vorgestellt: die Reibungsanalyse von Hüftimplantaten gegen Knochen, die Bewertung von Schutzschichten auf Knieimplantaten und der Vergleich beschichteter Katheter. Diese Ergebnisse zeigen die Vielseitigkeit der Methode bei der Simulation realistischer biomedizinischer Bedingungen.
Jiri NOHAVA
Anton Paar TriTec SA (CH)
Untersuchung der Mechanismen der festen Selbstschmierung von B₂O₃ in TiB2±x- und WB2±x-basierten Dünnschichten
Übergangsmetallboride wie TiB2±x und WB2±x sind vielversprechende Werkstoffe für Schutzschichten, da sie hohe Härte mit selbstschmierenden Eigenschaften kombinieren. Bei hohen Temperaturen bilden sie eine dünne B₂O₃-Schicht, die zur Reibungsreduktion beiträgt. Das überstöchiometrische TiB2,9 zeigt geringere Reibung als TiB1.5, da der überschüssige Boranteil die Bildung größerer Mengen an schmierendem Oxid ermöglicht. Ebenso weisen Beschichtungen aus α-WB2±z selbstschmierende Eigenschaften auf. Allerdings neigen sie dazu, sich in unterstöchiometrischer Form zu stabilisieren, was zu einer geringeren Menge an oxidierbarem Bor führt. Die tribologischen Daten werden mit XPS-, XRD- und TEM-Analysen korreliert und liefern neue Erkenntnisse über die Schmiermechanismen von Boroxid in Dünnschichten.
Daniel PÖLZLBERGER
TU Wien (AT)
Unter (hydrodynamischem) Druck – Eine neuartige Prüfmethode zum Leistungsvergleich verschiedener Oberflächentexturen bei unterschiedlichen Betriebsbedingungen
Ein numerischer Ansatz wird verwendet, um optimale Parameter für einfach und mehrfach vertiefte strukturierte konvergierende Schmierspalte zu identifizieren, die praktisch durch Fräsen herstellbar sind. Darüber hinaus wurde eine neuartige Prüfmethode auf einem MCR-Rheometer von Anton Paar entwickelt, um diese Strukturen unter Vollschmierung zu bewerten – bei Variation von Drehzahl, Temperatur und minimaler Ölfilmdicke.
Die Ergebnisse zeigen, dass einfache Vertiefungen die höchste Tragfähigkeit erreichen. Bei 23 °C verringern beide Strukturtypen den Strömungswiderstand im Vergleich zu unstrukturierten Spalten, auch wenn dieser Vorteil mit steigender Temperatur abnimmt. Dennoch übertrifft die Tragfähigkeit strukturierter Oberflächen durchgehend jene unstrukturierter Schmierspalte.
Raphael SCHARF
Montanuniversität Leoben (AT)
Experimentelle Untersuchung der Größenverteilung von Reifenabriebpartikeln
Die neue EURO-7-Emissionsnorm berücksichtigt erstmals auch den Reifenabrieb. Frühere Forschungsarbeiten haben der Größenverteilung der Reifenabriebpartikel bislang nur geringe Aufmerksamkeit geschenkt, obwohl diese entscheidend für die Beurteilung ihrer Umweltauswirkungen ist. In dieser Studie wurde daher eine Mini-Traction-Machine eingesetzt, um den realen Reifenabrieb durch Abrasion zu simulieren. Dabei wurde eine Kugel aus Reifenmaterial gegen eine Asphaltscheibe aus Kies und Bitumen betrieben.
Es wurden verschiedene Versuchsreihen mit unterschiedlichen Normalkräften, Schlupfverhältnissen und Geschwindigkeiten durchgeführt. Die entstehenden Partikel wurden anschließend mittels Laserbeugung analysiert und nach ihrer Größe klassifiziert.
Alexander SCHMIEDHOFER
TU Wien (AT)
Impedanzmessung in Lagern zur Beurteilung von Schmierstoffen und zur Zustandsüberwachung
Der Schmierzustand ist ein entscheidender Faktor für die Lebensdauer von Lagern. Durch die Erfassung des elektrischen Potentials zwischen Lager und Welle kann der Schmierzustand überwacht werden.
In diesem Vortrag wird eine Methode vorgestellt, die ein Hochfrequenz-Impedanzsignal anwendet. In verschiedenen Anwendungen konnte gezeigt werden, dass damit wertvolle Informationen sowohl für die Schmierstoffentwicklung als auch für die Zustandsüberwachung gewonnen werden können:
- Stribeck-Kurve unter realen Einsatzbedingungen
- Pitting-Entwicklung von der Initiierung bis zur Partikelbildung
- Bildung von Oberflächenschichten, schützenden Reaktionsschichten oder Ablagerungen
- Entwicklung der Ölalterung: Partikelbildung und Verunreinigung
- Kräfte im Lager unter realen Einsatzbedingungen
Christoph WINCIERZ
HCP Sense GmbH (DE)
Organisationskomitee
Priv.-Doz. Dipl.-Ing Dr.
Nicole Dörr
ÖTG-Preäsidentin
Univ.-Prof. Dr.-Ing.
Carsten Gachot
ÖTG-Vize-Präsident
Ernst-Dieter Janotka
ÖTG-Generalsekretär
Priv.-Doz. Dipl.-Ing. Dr.
Bernhard Scheichl, Hon. Assoc. Prof.
TU Wien
Institut für Strömungsmechanik und Wärmeübertragung
Dr.
Timea Erzsebet Varadi, MSc.
Klinik Floridsdorf
Stabsstelle für Medizinphysik
Veranstaltungsort, Anreise & Unterkunft
ARCOTEL Kaiserwasser Wien
Wagramer Straße 8, 1220 Wien, Österreich
Informationen bezüglich Veranstaltungsort, Anreise und Unterkunft finden Sie hier.
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Ausschreibung für Fachvorträge
Bitte übermitteln Sie uns Name, Organisation, Titel und eine Kurzfassung von max. 100 Wörtern zu Ihrem Vortrag bis 15. September 2026 über dieses Formular.
Sobald Ihr Vortrag angenommen wurde, bitten wir um Zusendung eines Porträtfotos in hoher Auflösung und Registrierung auf unserer Webseite.
Ausschreibung für Poster
Bitte übermitteln Sie uns Name, Organisation, Titel und eine Kurzfassung von max. 100 Wörtern zu Ihrem Poster bis 15. September 2026 über dieses Formular.
Sobald Ihr Poster angenommen wurde, bitten wir um Zusendung eines Porträtfotos in hoher Auflösung und Registrierung.
Ihr Poster wird im Veranstaltungsbereich präsentiert.
Ausstellungsstand
Gleichzeitig zum Symposium findet im Veranstaltungsbereich eine Fachausstellung statt.
Bitte senden Sie uns Name, Organisation und Informationen zu Ihrem Stand (z.B. Strom, Bildschirm, Tisch) bis 15. September 2026 an office@oetg.at.
Registrierung
Im Teilnahmeentgelt sind die Tagungsunterlagen (download, Präsentationen vom 18.11. und/oder 19.11.), die Verpflegung in den Pausen und das Mittagessen enthalten. Preise exkl. MWSt.
Kontakt
Nicole Dörr
Präsidentin
Ernst-Dieter Janotka
Generalsekretär
Falls Sie Fragen zum ÖTG-Symposium 2026 haben, können Sie sich gerne an uns wenden.
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